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Sep
06

Neue Windows-Kampagne mit Starbesetzung
Erster Spot ein Fehlschlag oder ein geschickter Schachzug?

Mehr als eine Milliarde Anwender haben Microsoft Windows zur erfolgreichsten Computer-Software aller Zeiten gemacht. Dennoch erfreut sich das Betriebssystem nicht gerade eines guten Rufes.

Mit einem Etat von 300 Mio. Dollar startet Microsoft eine Marketing-Offensive, die gegen das schlechte Image von Windows angehen soll.

Die zentrale Werbekampagne startete mit einem TV-Spot am 4. September in den USA. Dieser zeigt einen Dialog zwischen Bill Gates und dem amerikanischen Comedian Jerry Seinfeld, der mit dem Thema Windows humoristisch spielt.

Doch wer jetzt erwartet, eine kurze Episode im Stile der amerikanischen Sitcom “Eine schrecklich nette Familie” geboten zu bekommen, dessen Vorfreude wird herber Enttäuschung weichen.

Der in dem Kurzfilm auftauchende Schuhverkäufer erinnert nicht einmal ansatzweise an seinen “Kollegen” Al Bundy. Darüber bietet der Dialog zwischen Microsoftbegründer Gates und dem Starkomiker Seinfeld nahezu keinen Grund, der dem Zuschauer/Zuhörer ein Heiterkeitslächeln ins Gesicht zaubern könnte.

Das Fazit bzw. der Höhepunkt aus der Unterhaltung der beiden Hauptdarsteller – das “köstliche” oder “prickelnde Betriebssystem Windows – kommt beim Publikum nicht an oder wird gar nicht erst verstanden.

Für das Film-Konzept zeichnet die Werbeagentur Crispin Porter & Bogusky aus Miami verantwortlich. Offenbar haben sich deren Mitarbeiter bei der Ausarbeitung des Microsoft-Feldzuges zu intensiv mit den hervorragenden Vorbildern der “Get a Mac”-Clips (Link) des Konkurrenten Apple beschäftigt.

Ist das Unterfangen, dem in der PR-Kampagne aus Cupertino dargestellten Witz nahe zu kommen, tatsächlich so gründlich in die Hose gegangen, wie es vielfach in Foren und Blogs zu lesen ist?

Wird der Microsoft-Spot bzw. werden dessen Macher statt Windows den Rücken zu stärken lediglich Spott ernten oder liegen die Lästermäuler wieder einmal falsch und haben den Film einfach nur nicht verstanden?

Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil und zögern Sie nicht, uns in einem Kommentar Ihre Meinung mitzuteilen.

Mit diesem ersten Film eröffnet Microsoft eine Serie von geplanten Spots. Das Video könnte man also lediglich als “Anreißer” für weitere Folgen der Reihe betrachten. Offenbar soll der Betrachter neugierig auf die kommenden Spots gemacht werden.

In einem kurzen Statement erläutert Brad Brooks – Corporate Vice President, Windows Consumer Product Marketing – die hinter dem “Video-Teaser” (Lexikon) steckende Strategie. Man wolle die Menschen dazu anregen, darüber nachzudenken, was das Betriebssystem Windows zwischenzeitlich für unser tägliches Leben bedeutet, erklärte Brooks

Vielleicht ist die konkrete – etwas versteckte – Botschaft des Serien-Auftaktes noch nicht ganz verstanden worden. Dennoch hat Microsoft eines ganz erreicht: der Spot ist in aller Munde, wird diskutiert und analysiert, kurz: man redet über die Kampagne, über Windows und Microsoft.

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