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Sep
18

Microsofts Werbe-Offensive geht in die nächste Runde – Totgesagte leben länger

pr_win1.jpgDie mit einem Etat von 300 Millionen US-Dollar versehenen Microsoft-Werbekampagne zu Verbesserung des Ansehens der Windows-Betriebssysteme scheint trotz der massiven Negativ-Kritiken besser anzukommen, als zunächst von Fachleuten prophezeit wurde.

Die bislang zwei über das amerikanische Fernsehen verbreiteten Spots waren der Versuch, mit Hilfe der beiden Hauptakteure – Microsoft-Mitbegründer Bill Gates und Starkomiker Jerry Seinfeld – , den Zuschauer dazu zu bewegen, neue Überlegungen zum Thema Microsoft Windows anzustellen.

Doch hatte es zunächst den Anschein, als würde die Komik der mehr weniger chaotischen Aktionen und kuriosen Abenteuer der beiden beim Publikum auf wenig Gegenliebe stoßen. In zahlreichen Medienkritiken wurde verlautbart, das Duo würde mit den überzogenen Darstellungen zeigen, dass sie den amerikanischen Durchschnittsbürger nicht für voll nehmen würde.

Erkennen wir Europäer die Werbe-Botschaft in den auf den USA-Bürger zugeschnittenen Kurzfilmen nicht, geht das sicherlich in Ordnung. Doch sorgte das erste Video der Reihe auch bei der amerikanischen Zielgruppe für verwirrtes Kopfschütteln.

Heute nun informieren die Medien über die "Absetzung" der Starbesetzung Gates/Seinfeld. Im Widerspruch zu bisherigen Meldungen wird nun in den Reportagen aber erläutert, die Werbefilme seien nach Einschätzung von Marketing-Experten positiv aufgenommen worden.

In der N.Y. Times heißt es beispielsweise, dass sich nach der Aussage von PR- Fachleuten die öffentliche Meinung innerhalb nur weniger Tage durchaus positiv verändert habe (Link).

Obwohl Stand-up-Comedian Jerry Seinfeld mit dem Honorar von angeblich 10 Millionen Dollar bedacht worden sein soll, hätte Microsoft die Zusammenarbeit nunmehr beendet.

Stattdessen startet bereits heute unter dem Namen "Windows. Life without walls" (wörtlich: Windows – Leben ohne Mauern, also absolute Freiheit mit Windows) eine neue "Werbe-Attacke" aus Redmond.

In den neuen Folgen der Kampagne soll auch wieder ein gewisser Bill Gates zu sehen sein, dem Promis wie beispielsweise Desperate Housewives Star Eva Longoria oder der Rapper Pharrell Williams zur Seite stehen.

Doch will man nicht deren Beliebheitsheitsgrad setzen, vielmehr sollen die bekannten Gesichter als normale PC-Nutzer gezeigt werden. Neben den Prominenten kommen auch etwa 60 Microsoft-Mitarbeiter und zahlreiche "normale" Windows-Anwender zu Wort. Alle sollen dem Zuschauer vermitteln, wie simpel es ist, die täglichen Aufgaben am PC mit Windows zu erledigen.

Darüber hinaus hat die für die Microsoft-Kampagne verantwortliche Agentur Crispin Porter & Bogusky mit ein paar markigen "Argumenten" im Stil der bekannten Apple-Werbung für "Stimmung" gesorgt.

So taucht beispielsweise eine Figur auf, die fast ein Zwilling des Komikers John Hodgman – dem Darsteller des ewigen "Verlierers" PC in den Apple-Filmen – sein könnte und als Mitarbeiter des Hauses Microsoft vorgestellt wird.

Selbst der Eingangsdialog ist an die Botschaft angelehnt, mit denen die Apple-Videos beginnen. Der Microsoft-Ingenieur allerdings beschwert sich mit seinem Dialog über die von Apple gestreuten Vorurteile gegen die PCs.

"Hallo, ich bin PC", sagt der Microsoft-Angehörigen, "und ich leide unter einem Klischee…" heißt es da. Deutlicher kann man eine Botschaft kaum noch vermitteln.

Mit dem Start der nächsten Werbe-Reihe will Microsoft einen engeren Kontakt zu den Nutzern der Redmonder Betriebssysteme aufbauen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Anwender direkt in die Microsoft-Werbung integriert. Über eine eigens geschaffene Webseite (Link) ist es Anwendern möglich, eigene Videos hochzuladen, sich damit zu "outen" und zu zeigen, wodurch sie sich als PC auszeichnen.

Wie aus Microsoft-Kreisen zu hören ist, sei dies jedoch erst der Anfang einer groß angelegten Offensive um das angeschlagene Windows-Image aufzupolieren. Neben weiteren Werbe-Clips sollen Banner- und Zeitungsinserate sowie riesige Werbetafeln das Interesse über Windows nachzudenken, weitere anstacheln

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