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Okt
03

Wolken am Microsoft-Himmel

Schon mehrfach in den vergangenen Wochen hat Microsoft-Chef Steve Ballmer Hinweise darauf gegeben, dass die Vorstellung eines neuen Betriebssystems mit dem Namen “Windows Cloud” geplant sei.

Jetzt hat der CEO des Software-Giganten erstmals konkret im Rahmen einer Veranstaltung in London konkret geäußert, das es voraussichtlich noch in diesem Monat das “neue” Betriebssystem “Windows Cloud” geben werde.

Detaillierte Aussagen wollte Ballmer allerdings (noch) nicht machen. In Fachkreisen wird aber vermutet, dass Microsoft im Rahmen der beiden Konferenzen PDC und WinHEC dem Publikum das auf der Technik des so genannten Cloud Computing (Lexikon) basierende Betriebssystem präsentieren will.

Allerdings ist der Begriff dieser Technik ebenso irritierend wie die unterschiedlichen Deutungen und Erklärungen. Im Grunde dient der heimische PC nur noch als Verbindungspunkt zu den WOLKEN (Clouds) entfernter Rechner. Anwendungen und Daten sind nicht mehr auf dem lokalen Rechner installiert, sondern in der Wolke aus vielen verschiedenen, entfernt stehenden Servern zu finden. Der Zugriff auf die jeweilige Applikation und auch auf die eigenen Daten erfolgt über das Internet via Webbrowser.

Ansatzweise demonstrieren die Windows Live Anwendungen bereits heute, wie diese Technologie aussehen könnte.

Der vermutlich größte Vorteil solcher Anwendungen ist die Tatsache, dass die Anwendungen unabhängig vom jeweils lokal installierten Betriebssystem in einem Browserfenster ausgeführt werden können.

Doch ist die Möglichkeit des Auslagerns von Anwendungen und Daten nicht mehr ganz so neu, wie es auf den ersten Blick scheint. Auch hat Microsoft weder das Ei des Kolumbus noch das Internet neu erfunden. Vielmehr will man offenbar dem Erzrivalen Google, der schon längere Zeit mit einem umfassenden Angebot auf Cloud Computing setzt, ein paar Marktanteile abjagen. Nach einem intensiveren Blick auf den für den wolkigen Einsatz optimierten Google-Browser Chrome kann man in Redmond – und auch andernorts – gar nicht mehr anders und ist nahezu gezwungen auf den Cloud-Zug aufzuspringen, will man die Zukunft des Internet nicht verpassen.

Sieht man von der Bekanntgabe eines kurz vor der Veröffentlichung stehenden Betriebssystems einmal ab, lässt das Ballmer-Statement viel Raum für Spekulationen. In aller Deutlichkeit erklärte der Microsoft-Chef allerdings, dass es sich bei Windows Cloud und Windows 7 um zwei verschiedene Entwicklungszweige handle. Zudem werde man keine, in aller Eile auf Cloud “getrimmten”, Desktop-Programme wie Office ins Netz setzen.

Frei nach der Devise “Software plus Services” wolle man, erläuterte Ballmer weiter, Anwendungen entwickeln, die weitaus mehr leisten können, als einfache Applikationen die lediglich im Browser laufen würden.

Mit Cloud-Computing könnte hier der richtige Weg eingeschlagen werden, da die Anwender ihre Software nicht mehr lokal auf dem eigenen Rechner ausführen müssten, sondern diese als Web-Applikation online überall auf der Welt zur Verfügung stehen würde. Neben dem gewohnten Gebiet der Desktop-Betriebssysteme will Microsoft künftig auch mit darauf abgestimmten Betriebssystemen das Segment Cloud-Computing abdecken.

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